Verfasst von JaGro-Media am 29. November 2009
Im Reich der Mentalisten
WDR3
30.11.2009
23:05 Uhr
von Mareike Maage
Bereits in den 20er-Jahren hypnotisierte der „Master Mind of Mental Radio“ Joseph Dunninger die Zuhörer in den USA über die Radiowellen und las ihre Gedanken. In aufwändigen Bühnenshows präsentierte er vor einer Jury aus Prominenten übersinnliche Fähigkeiten und erfand dafür den Begriff „Mentalist“. Die Faszination an allem, was wir uns nicht erklären können, hat sich bis heute erhalten. In der wundervoll schummrigen Welt der Magie ist es nicht nur viel gemütlicher als da draußen an der Realitätsfront, es ist vor allem unterhaltsamer. Im Reich der TV-Mentalisten, unter den Rabenbeschwörern und Löffelverbiegern, spüren wir den Hauch der großen Verbundenheit mit den Phänomenen dieser Welt, die die Wissenschaft zwar dauernd feststellt, aber selten plausibel begründen kann. Warum auch? Denn es ist ja nicht die Gewissheit, die uns glücklich macht, sondern die beste Geschichte.
Mareike Maage, geboren 1979 in Hannover, studierte Kunst und Experimentelles Radio in Weimar und Tokio. Sie arbeitet als freie Autorin und künstlerische Mitarbeiterin an der Bauhaus-Universität Weimar.
Regie: Detlef W. Meissner
Produktion: WDR 2009/ca. 53’
Redaktion: Leslie Rosin
©WDR
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Verfasst von JaGro-Media am 27. November 2009
von Samuel Beckett
WDR3
29.11.2009
20:05 Uhr
Die Aufnahme dokumentiert in einer Kunstkopf-Produktion Samuel Becketts eigene Inszenierung, die am 8. März 1975 am Berliner Schillertheater Premiere hatte. Das Stück, das im Januar 1953 in Paris uraufgeführt worden war, begründete Becketts Weltruhm. Die Funktion des Dialogs scheint einzig die zu sein, das Warten zu registrieren und die Langeweile erträglich zu machen. In den mal banal realistischen, mal burlesken oder von Tiefsinn und Ironie jäh durchblitzten Wechselreden der vier Hauptpersonen wird kein Ausweg aus der problematischen Situation des Wartenden gefunden. Das Denken geschieht um seiner selbst willen. Es ist Spiel und Kunst und als solches Ort möglicher Freiheit. In der ungeheuren Verwirrung ist eines klar: Wir warten auf Godot.
Samuel Beckett (1906-1989) wuchs in einem Dubliner Vorort auf und kam nach seinem Studium (Französisch, Italienisch und Neuere Literatur) als Englisch-Lektor an die Pariser Ecole Normale Supérieure. Während des Krieges arbeitete er in der Résistance, nach dem Krieg lebte er bis zu seinem Tode abseits der Öffentlichkeit in Paris. 1969 erhielt er den Nobelpreis.
Estragon: Horst Bollmann
Wladimir: Stefan Wigger
Lucky: Klaus Herm
Pozzo: Carl Raddatz
Ein Junge: Torsten Sense
Aus dem Französischen von Elmar Tophoven
Regie: der Autor
Radioregie: Ulrich Gerhardt
Produktion: RIAS 1976/119’
Kunstkopfstereofonie
Redaktion: Georg Bühren
©WDR
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Verfasst von JaGro-Media am 27. November 2009
Von Leonhard Koppelmann und Robert Steudtner
WDR5
29.11.2009
15:05 Uhr
Teil 2: Serdar
Regie: die Autoren
Produktion: WDR 2009/ca. 54’
Nach sechs Monaten Zwangspause und einem Disziplinarverfahren kehrt Hauptkommissarin Christiane Hoffmann in den Dienst zurück – versetzt in die Vermisstenstelle. Der erste Fall scheint alltäglich: Die 15-jährige Schülerin Saliha Oguz ist seit einer Woche verschwunden. Eine anonyme Anruferin behauptet, Saliha verstecke sich in Deutschland vor ihrer Familie. Doch Salihas älterer Bruder Sultan erklärt, sie sei aus familiären Gründen in die Türkei gereist. Als Hoffmann Salihas Eltern befragt, stößt sie auf eine Mauer des Schweigens – und bei ihren weiteren Ermittlungen auf heftigen Widerstand aus den Reihen des türkischen Wohlfahrtsvereins „Yola Koyulma e.V.“
Leonhard Koppelmann, geboren 1970, studierte Theaterregie und realisierte als Bearbeiter und Regisseur zahlreiche Hörspiele.
Robert Steudtner, Jahrgang 1977, studierte Filmregie und lebt als Autor und Regisseur in Köln. Als Team schrieben die beiden zuletzt das Hörspiel „Cura Vitae – Hoffmanns erster Fall“ (WDR 2008).
Mit Susanne Wolff, Tim Seyfi, Judith Engel, Charlotte Schwab, Tayfun Bademsoy u.v.a.
Redaktion: Natalie Szallies
©WDR
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Verfasst von JaGro-Media am 27. November 2009
Ein möglicher Arno-Schmidt-Monolog
WDR3
28.11.2009
15:05 Uhr
von Jan Philip Reemtsma
„Eine kleine Weile habe ich mir die Welt besehen – es wird mir immer wahrscheinlicher, dass ‚Geist‘ nicht viel mehr sei als, sagen wir, Holunderblüten.“ So endet dieser mögliche Arno-Schmidt-Monolog, den der Bargfelder Dichter und Schriftsteller in vorliegender Form so nie geschrieben hat. Was aber deutlich wird: Arno Schmidts Texte und Schriften sind voll Witz und Komik – ob Politik, Poetik, Sexualität, Alltägliches. Sie setzen eine Unzahl von Assoziationen frei, ermöglichen überraschende Perspektiven, machen verborgene Zusammenhänge sichtbar, sind lustvolles Spiel mit Wortlaut, besitzen große Bedeutungsvielfalt. Das Hörspiel „Holunderblüte“ ist eine Einladung, den Ausnahme-Autor Arno Schmidt neu zu erkunden.
Jan Philip Reemtsma, geboren 1952 in Bonn, ist Philologe, Literaturwissenschaftler, Essayist, politischer Publizist und Mäzen. Bis 2007 war er Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg. Er ist Gründer der Arno-Schmidt-Stiftung und Herausgeber des Gesamtwerkes des Autors.
Regie: Christiane Ohaus
Produktion: RB/SR 2008/49’
Redaktion: Götz Schmedes
©WDR
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